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Walfang Konferenz gescheitert


Ausland

23.06.10 | Veröffentlicht um 13:36


Walfang Konferenz gescheitert

Agadir. Der Fang von Grosswalen bleibt verboten. An der Internationalen Walfangkommission konnten sich die Mitglieder nicht auf verbindliche Fangquoten einigen. Viele Umweltschutzorganisationen zeigten sich erleichtert. Sie werteten es als grossen Erfolg, dass der kommerzielle Walfang nun doch nicht freigegeben wird. Viele Länder halten sich jedoch nicht an das Walfangverbot, etwa Japan, Island und Norwegen. Sie berufen sich auf Ausnahmeregelungen.

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Walfang
Kompromiss zum Walfang vom Tisch - Konferenz gescheitert

Agadir (sda/dpa/afp/Reuters) Der Fang von Grosswalen bleibt
verboten. Die Internationale Walfangkonferenz hat den lange
debattierten Textentwurf zur Zukunft des Walfangs verworfen.

«Für diese Sitzung ist das Kompromisspapier vom Tisch», sagte der
deutsche Delegationsleiter Gert Lindemann am Mittwoch im
marokkanischen Agadir: «Alle Regierungen haben an ihren Positionen
festgehalten.»

«Nach fast drei Jahren Verhandlungen, scheint es, dass unsere
Gespräche in der Sackgasse sind», erklärte die US-Delegation.

Nach dem Entwurf sollte Japan, Island und Norwegen der Walfang
mit festen Quoten für zehn Jahre erlaubt werden. Das Walfangverbot
werden nun bestehenbleiben, sagte Lindemann. Japan, Island und
Norwegen halten sich jedoch nicht daran - sie erkennen das
Fangverbot nicht an oder berufen sich auf umstrittene
Ausnahmeregelungen.

Das Kompromisspapier - das auch von der Schweiz unterstützt
worden war - sah vor, den Walfang befristet zu legalisieren -
allerdings mit beschränkten Fangquoten.

Die Ablehnung des Papiers sei kein endgültiger Entscheid- nach
einer Abkühlungsphase von mindestens einem Jahr solle weiter
verhandelt werden, betonte Lindemann. Auf der bis Freitag
andauernden Konferenz in Agadir werden nun noch einzelne Themen wie
Walschutzgebiete, Walfang indigener Völker und finanzielle Fragen
verhandelt.

Die Tierschutzorganisation Pro Wildlife wertete es als grossen
Erfolg, dass der kommerzielle Walfang nun doch nicht freigegeben
wird. Ein solcher Kompromiss hätte ausgerechnet die Länder belohnt,
die seit vielen Jahren das Walfangverbot ignoriert haben, betonte
die Organisation.


Die Japaner versuchen durch das Schlupfloch des sogenannten wissenschaftlichen Walfangs, ihre Fangaktionen vor der Welt zu rechtfertigen. Nach Abschluß der wissenschaftlichen Untersuchungen werden die getöteten Tiere jedoch in ihre Einzelteile zerlegt und verkauft. 30 - 40 Millionen Euro werden nach Aussage der japanischen Fischereibehörde jährlich durch den Verkauf der Wale erwirtschaftet. Rund 110.000 Euro bringt ein erwachsener Zwergwal auf dem Markt.


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Am Mikrofon: Dominik Gysin. Redaktion: Martin Stich

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