Ölpest-Opfer verlangen Prozess
Ausland
30.07.10 | Veröffentlicht um 04:09
Ölpest-Opfer verlangen Prozess
Boise. Bei einem ersten juristischen Verfahren zur Ölpest im Golf von Mexiko haben Vertreter der Opfer verlangt, dass die Prozesse gegen die verantwortlichen Firmen in den am meisten betroffenen Bundesstaaten stattfinden. Die Vertreter der vier verklagten Firmen verlangten dagegen einen Prozess in Houston, der Hauptstadt des Bundesstaates Texas. Bei den verklagten Firmen handelt es sich unter anderen um den Ölkonzern BP und die Firma Transocean, die Eignerin der Bohrinsel «Deepwater Horizon».
AGENTURMELDUNG:
Boise (sda/afp) Bei einem ersten juristischen Verfahren zur
Ölpest im Golf von Mexiko haben Vertreter der Opfer am Donnerstag
verlangt, dass Gerichtsverfahren gegen die verantwortlichen Firmen
in den am meisten betroffenen Bundesstaaten stattfinden.
«Die Ölpest hat unsere Kultur in Gefahr gebracht, wir produzieren
50 Prozent der US-Meeresfrüchte, hier ist am meisten Schaden
entstanden», sagte Anwalt Russ Herman, der sich für ein Verfahren im
Bundesstaat Louisiana aussprach. Die Vertreter der vier verklagten
Firmen verlangten dagegen einen Prozess in Houston, der Hauptstadt
des «Ölstaates» Texas.
Bei den verklagten Firmen handelt es sich um den Ölkonzern BP,
die Firma Transocean, Eignerin der Bohrinsel «Deepwater Horizon»,
deren Untergang im April die grösste Umweltkatastrophe in der
Geschichte der USA auslöste, die Firma Cameron, deren Notverschluss-
Mechanismus versagte, und die Wartungs- und Dienstleistungsfirma
Halliburton. Transocean hat den Hauptsitz in Zug und ist als Blue-
Chip an der Schweizer Börse gelistet.
Bei der Explosion der Bohrinsel im Golf von Mexiko waren am 20.
April elf Arbeiter ums Leben gekommen, in der Folge strömten
Millionen Liter Öl ins Meer, bis das Leck Mitte Juli notdürftig
verschlossen wurde.
In dem Verfahren in Boise im US-Bundesstaat Idaho entscheiden
sieben Bundesrichter darüber, ob die mehr als 200 Einzelklagen im
Zusammenhang mit dem Unglück zu einer Sammelklage zusammengefasst
werden können und wo der Prozess stattfinden soll. Die Entscheidung
dürfte in etwa zwei Wochen fallen.
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